Brauchen wir ein Menschenbild?


Und wie muss es aussehen, damit es den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden kann ?

In der Medizin, in der Erziehung unserer Kinder, in allen Berufen, die mit Menschen zu tun haben, brauchen wir ein geeignetes Menschenbild, um die Aufgaben sinnvoll bewältigen zu können. Man könnte sogar sagen, dass die meisten Probleme, die wir in der Kommunikation, in der Erziehung und allgemein in der Beziehung zu unseren Mitmenschen haben, daher rühren, dass wir in der Regel kein ausreichend fundiertes und stimmiges Menschenbild besitzen.

Das heute gängige Menschenbild der Wissenschaft krankt daran, dass es das Seelenleben auf einen psychologischen Faktor reduziert und den unsterblichen Aspekt der Seele weitgehend ausspart. Auch die schöpferisch-geistige Dimension des Menschen findet nur in soweit Einzug in das übliche wissenschaftliche Menschenbild, als man ihr die Fähigkeit zu einem intellektuellen Denken zugesteht. Wir tun uns aber schwer mit diesem Menschenbild die schaffende Kraft des Menschen wirklich zu erfassen.

Nach einem erweiterten Menschenbild stellt der Arzt nicht nur wie ein Scanner eine Diagnose und repariert wie ein Mechaniker der Körper, sondern er untersucht den Menschen, erkennt seine individuelle Disposition, seine Hindernisse und Möglichkeiten, und wenn er ein Medikament verschreibt, spielt seine Sicht, seine Erfahrung, seine Empathie und sein Ideal eine große Rolle dafür, dass mit der Behandlung auch ein Heilungs- und Entwicklungsprozess eingeleitet werden kann. Es wirkt nicht nur das Medikament, sondern auch das Bewusstsein des Therapeuten in der menschlichen Begegnung.

Auch der Lehrer muss sich bewusst darüber werden, dass er an seine Schüler nicht nur Informationen weitergibt, sondern dass er die Inhalte schöpferisch aufbereitet, sie bewegt und belebt, und dass er schließlich mit seinen Worten und Handlungen eine Atmosphäre im Raum erzeugt, die beziehungsfördernd zum Thema sein kann oder eben spaltend. Er spricht damit nicht nur zu seinen Schülern, sondern er erzeugt mit seinen Worten auch eine Empfindung, die in der Seele seiner Kinder und Jugendlichen lange nachwirkt.

Der Mensch am Scheideweg - CoverbildDer Mensch am Scheideweg – Das Bild des Menschen im Wandel der Zeit

Unser neues Buch von Ludwig Meindl befasst sich mit dem Menschenbild, wie es sich im Laufe der Zeit von der Antike bis heute gewandelt hat und wie es sich auf unser Leben, beispielsweise auf unser Verständnis von Recht und Gerechtigkeit auswirkt. Mit prägnanten, kurzen Beschreibungen bringt er die wesentlichen philosophischen Gedankenansätze zum Menschenbild auch dem Laien nahe. Er lässt die Philosophie praktisch werden.

Folgende Bücher sind zum Studium des Menschenbildes empfehlenswert:

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