aurobindo synthese des yoga

Die Synthese des Yoga

Autor: Sri Aurobindo

 

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"Die Synthese des Yoga" führt nicht nur ins Zentrum der Philosophie von Sri Aurobindo. Sie könnte vielmehr all denjenigen weiterhelfen, die unter mehr oder weniger kompetenter Führung sich in die Theorie und Praxis des Yoga eingelassen haben. In meisterhafter Gedankenführung und Sprache zeigt Sri Aurobindo das Wesentliche aller Yoga-Wege auf und erläutert ihre Geheimnisse in einer auch dem Europäer verständlichen Weise."

Deutsches Ärzteblatt, Hamburg
Die Synthese des Yoga

907 Seiten, gebdunden
16,4 x 6,3 x 22,6, cm
Verlag Hinder + Deelmann
5. Auflage, 2008
Originaltitel: Synthesis of Yoga
ISBM: 978-387348-148-0
Die Synthese des Yoga ist weit über alle Yoga-Literatur hinaus gigantische Überschau, Kompendium der psychologischen Einsicht und Anleitung zum Ausschöpfen der äußersten psychischen Möglichkeiten des Menschen. Der Leser gewinnt intensive Erkenntnis der Strukturen und Techniken der verschiedenen Yoga-Wege — angefangen beim Hatha-Yoga, über den dreifachen Weg von Karma-, Bhakti- und Jnana-Yoga bis zum Tantra-Yoga —, die Interdependenz all dieser Wege und ihres Zusammenfallens im Integralen Yoga. Für Sri Aurobindo ist Integraler Yoga das für jeden Menschen und für die den Einzelnen übergreifende gesamtmenschheitliche Evolution gültige Wachstumsgesetz. Es bezieht die körperlichen und vitalen wie die mentalen Schichten des Menschseins ein. Obwohl konsequent auf das Ziel äußerster Bewußtseinsintensivierung, auf das Supramentale und das Einswerden mit dem Göttlichen angelegt, wird die materielle Basis nicht in Mißkredit gebracht: Das Werk ist deshalb ein „Buch des Lebens für alle", wie es unter dem Motto der bezeichnenden Definition Sri Aurobindos steht: „Alles Leben ist Yoga." Zugleich ist es ein Standardwerk von Psychologie und Philosophie. Aber anders als in der europäischen Philosophie bleibt das Werk nie in der intellektuellen Erkenntnis verhaftet. Es geht um Praxis, um Wandlung des Menschen, um Veränderung der Art. Die Mutation des heutigen Menschen zum „surhomme" (Teilhard de Chardin) erscheint auch bedeutenden Europäern als Ausweg und Aufgabe. Mit seiner Erfahrung des Supramentals („supermind is superman") ist Sri Aurobindo diesen Weg gegangen und damit Wegweiser für die Suchenden in allen Kontinenten.
Vorwort des ÜbersetzersEinleitungDie Bedingungen der Synthese
  1. Leben und Yoga
  2. Die drei Stufen der Natur
  3. Das dreifache Leben
  4. Die Systeme des Yoga
  5. Synthese
I. Teil Der Yoga des Göttlichen Wirkens
  1. Die vier Hilfen
  2. Selbst-Hingabe
  3. Übergabe des Selbst im Wirken — der Weg der Gita
  4. Das Opfer, der Dreieinige Pfad und der Herr des Opfers
  5. Das Aufsteigen des Opfers I
  6. Das Aufsteigen des Opfers II
  7. Verhaltensnormen und geistige Freiheit
  8. Der Höchste Wille
  9. Gelassenheit und Auslöschen des Ich
  10. Die drei Qualitäten der Natur
  11. Der Meister des Werks
  12. Das Göttliche Wirken
  13. Das Supramental und der Yoga des Wirkens
II. Teil Der Yoga des Integralen Wissens
  1. Der Gegenstand des Wissens
  2. Der Status des Wissens
  3. Das geläuterte Verstehen
  4. Konzentration
  5. Entsagung
  6. Die Synthese der Disziplinen des Wissens
  7. Das Freiwerden von der Abhängigkeit vom Körper
  8. Das Freiwerden von Herz und Mental
  9. Das Freiwerden vom Ich
  10. Die Verwirklichung des Komischen Selbst
  11. Die Seinsweisen des Selbst
  12. Die Verwirklichung des Saccidananda
  13. Die Schwierigkeiten des mentalen Wesens
  14. Das passive und der aktive Brahman
  15. Das Kosmische Bewußtsein
  16. Einssein
  17. Seele und Natur
  18. Die Seele und ihre Befreiung
  19. Die Ebenen unserer Existenz
  20. Der Niedere Dreifache Purusha
  21. Die Stufenleiter des Selbst-Transzendierens
  22. Vijnana oder Gnosis
  23. Die Bedingungen zum Erlangen der Gnosis
  24. Gnosis und Ananda
  25. Das höhere und das niedere Wissen
  26. Samadhi
  27. Hatha-Yoga
  28. Raja-Yoga
III. Teil Der Yoga der Göttlichen Liebe
  1. Die Liebe und der dreifache Pfad
  2. Die Motive der Gottesverehrung
  3. Die auf Gott gerichteten Gefühle
  4. Der Weg der Hingabe
  5. Die Göttliche Personalität
  6. Die Freude in Gott
  7. Seligkeit in Gott (Ananda Brahman)
  8. Das Mysterium der Liebe
IV. Teil Der Yoga der Selbst-Vollendung
  1. Das Prinzip des Integralen Yoga
  2. Die integrale Vollendung
  3. Die Psychologie der Selbst-Vollendung
  4. Die Vollendung des mentalen Wesens
  5. Die Instrumente des Geistes
  6. Läuterung der niederen Mentalität
  7. Läuterung der Intelligenz und des Willens
  8. Die Befreiung des Geistes
  9. Die Befreiung der Natur
  10. Die Elemente der Vollendung
  11. Vollendung der Gelassenheit
  12. Der Weg der Gelassenheit
  13. Gelassenes Handeln
  14. Die Macht der Instrumente
  15. Seelen-Kraft und vierfache Personalität
  16. Die Göttliche Shakti
  17. Das Wirken der Göttlichen Shakti
  18. Glaube und Shakti
  19. Das Wesen des Supramentals
  20. Das intuitive Mental
  21. Die Grade des Supramentals
  22. Das supramentale Denken und Wissen
  23. Die supramentalen Instrumente — der Denkprozeß
  24. Der supramentale Zentral-Sinn
  25. Auf dem Weg zur supramentalen Zeit-Schau
"Zwei notwendige Wirkensweisen der Natur spielen in den größeren Erscheinungsformen der menschlichen Aktivität stets eine Rolle, und zwar in unseren gewöhnlichen Tätigkeiten ebenso wie dort, wo wir nach außergewöhnlichen Sphären und nach Erfüllung streben, nach dem, was uns erhaben und göttlich erscheint. Erstens trachtet jede solche Gestaltung nach einer harmonisierten Vielfalt und Ganzheit die sich wieder in verschiedene Kanäle einer besonderen Bemühung und Tendenz aufteilt, um sich danach erneut in einer umfassenderen und machtvolleren Synthese zu vereinigen. Zweitens ist es ein zwingendes Gesetz für eine wirkungsvolle Manifestation, sich in Formen hinein zu entfalten. Jede Wahrheit und Praxis jedoch, die zu starr ausgeformt wird, veraltet und verliert viel, wenn nicht alles, von ihrem Wert. Sie muß ständig durch frische Ströme des Geistes erneuert werden, die den toten oder sterbenden Träger zu neuem Leben erwecken und ihn umwandeln, wenn er ein neues Leben erwerben soll."

 

Aus dem 1. Kapitel: Leben und Yoga Zwei notwendige Wirkensweisen der Natur spielen in den größeren Erscheinungsformen der menschlichen Aktivität stets eine Rolle, und zwar in unseren gewöhnlichen Tätigkeiten ebenso wie dort, wo wir nach außergewöhnlichen Sphären und nach Erfüllung streben, nach dem, was uns erhaben und göttlich erscheint. Erstens trachtet jede solche Gestaltung nach einer harmonisierten Vielfalt und Ganzheit die sich wieder in verschiedene Kanäle einer besonderen Bemühung und Tendenz aufteilt, um sich danach erneut in einer umfassenderen und machtvolleren Synthese zu vereinigen. Zweitens ist es ein zwingendes Gesetz für eine wirkungsvolle Manifestation, sich in Formen hinein zu entfalten. Jede Wahrheit und Praxis jedoch, die zu starr ausgeformt wird, veraltet und verliert viel, wenn nicht alles, von ihrem Wert. Sie muß ständig durch frische Ströme des Geistes erneuert werden, die den toten oder sterbenden Träger zu neuem Leben erwecken und ihn umwandeln, wenn er ein neues Leben erwerben soll. Ständig wiedergeboren zu werden, ist die Voraussetzung für materielle Unsterblichkeit. Wir leben in einer Zeit, die in schweren Geburtswehen liegt. Alle Formen des Denkens und Handelns, die sich bislang als sehr zweckmäßig erwiesen haben oder insgeheim beharrlich festgehalten wurden, werden einer äußersten Prüfung unterworfen und erhalten so die Gelegenheit zu ihrer Wiedergeburt. Die Welt stellt sich heute als ein gewaltiger Kessel der Medea dar, in den alles, in Stücke zerschnitten, hineingeworfen, Experimenten unterworfen, zusammengesetzt und immer wieder neu zusammengesetzt wird, damit es entweder zugrundegeht und das Material für neue Gestaltung liefert oder damit es verjüngt und umgewandelt daraus hervorgeht zu einer neuen Daseinsbestimmung.

Der Yoga Indiens trägt in sich die kraftvolle Möglichkeit, eines dieser dynamischen Elemente im künftigen Leben der Menschheit zu werden. Seinem Wesen nach ist er eine spezielle Betätigung oder Formulierung gewisser starker Mächte der Natur. Er teilt sich darum in spezielle Richtungen und ist auf verschiedene Art formuliert. Er ist das Kind unvordenklicher Zeiten, das sich durch seine Vitalität und Wahrheit bis in unsere modernen Zeiten hinein erhalten hat. Jetzt taucht der Yoga aus seinen geheimen Schulen und asketischen Einsiedeleien, in die er sich geflüchtet hatte, wieder auf und sucht sich seinen Platz in der zukünftigen Gesamtsumme der lebendigen Entfaltung und Verwendung menschlicher Kräfte. Zuerst muß er aber sich selbst wieder entdecken. Er muß innerhalb dieser allgemeinen Wahrheit den eigenen tiefsten Wahrheitsgrund seines Wesens und jene unvergängliche Absicht der Natur, die er darstellt, herausbringen und durch den Wert dieser neuen Selbsterkenntnis und Selbsteinschätzung seine eigene, neu erworbene und umfassende Synthese entdecken. Wenn sich der Yoga so reorganisiert, wird er leichter und machtvoller in das neu gestaltete Leben der Menschen eingehen, das seine praktischen Methoden nach innen bis in deren geheimste Heiligtümer und empor bis in die höchsten Höhen ihrer Existenz und Persönlichkeit hinzuführen versprechen.

Bei rechter Betrachtung von Leben und Yoga erkennen wir, daß alles Leben bewußt oder unbewußt Yoga ist. Unter Yoga verstehen wir das methodische Bemühen, zur Selbstvollendung zu gelangen, indem wir alle Kräfte und Anlagen, die in unserem Wesen verborgen sind, zum Ausdruck bringen und unser individuelles Menschsein mit dem universalen und transzendenten Sein, das wir partiell im Menschen und im Kosmos geoffenbart sehen, einen. Wenn wir hinter diese Erscheinungen schauen, erkennen wir, daß alles Leben ein ungeheurer Yoga der Natur ist, die ihre Vollkommenheit in immer umfassenderer Offenbarung ihrer Machtmöglichkeiten ausdrücken und sich mit ihrer eigenen göttlichen Wirklichkeit zur Einung bringen will. Im Menschen, ihrem Denker, erschafft sie sich zum ersten Mal auf der Erde das seines Selbst bewußte Werkzeug und den Vollstrecker ihres Willens, wodurch dieser große Zweck rascher und machtvoller zustande gebracht werden kann. Man könnte mit den Worten des Swami Vivekananda den Yoga als ein Mittel auffassen, wodurch wir unsere eigene Entwicklung in ein einziges Leben, in ein paar Jahre oder sogar in wenige Monate dieses körperlichen Daseins zusammenzudrängen vermögen. Demnach stellt ein gegebenes Yoga-System nur eine Auswahl oder eine Konzentration der allgemeinen Methoden der Natur in begrenzteren, aber kraftvolleren Formen der Intensität dar, durch die es jene allgemeinen Methoden ersetzt, die von der Großen Mutter bei ihrer gewaltig emporsteigenden Schöpfungsarbeit jetzt noch unexakt, weitläufig, in gemächlichen Bewegungen, mit einem sichtlich ungeheuren Verschleiß an Material und Energie, wenn auch unter Anwendung einer immer vollkommeneren Kombination, verwendet werden. Nur ein solches Verständnis des Yoga als einer Intensivierung aller Naturkräfte kann die Grundlage für eine gesunde rationale Synthese der Yoga-Methoden darstellen. Dann erscheint der Yoga nicht länger als etwas Mysteriöses und Abnormes, das keine Beziehung zu den gewöhnlichen Abläufen der Welt-Energie oder zu der Absicht hat, die sie in ihren beiden großen Bewegungen der subjektiven und objektiven Selbst-Erfüllung im Auge hat. Vielmehr offenbart sich der Yoga als die außergewöhnlich intensive Anwendung von Kräften, die die Natur bereits sichtbar machte oder fortschreitend in ihren weniger hervorragenden, aber allgemeineren Verfahrensweisen organisiert.